Hitzewelle im Anmarsch – MdL Friedl: Bayern braucht endlich einen Plan für Hitzeschutz 18 Juni 202618 Juni 2026 Grünen-Landtagsabgeordneter Patrick Friedl: Hitze ist längst ein Gesundheitsrisiko – Söder-Regierung muss Menschen besser vor Hitze schützen „Die nächste Hitzewelle rollt über Bayern hinweg – und die Staatsregierung tut wieder einmal so, als käme das völlig überraschend. Dabei erleben wir seit Jahren, dass Hitzewellen häufiger, länger und intensiver werden. Hitze gefährdet unsere Gesundheit und kostet jedes Jahr Menschenleben. Wer die Menschen wirklich schützen will, muss endlich konsequent in Hitzeschutz investieren“, erklärt Patrick Friedl, Sprecher für Klimaanpassung der Landtags-Grünen. Neun der zehn heißesten Jahre in Bayern wurden seit 2014 gemessen. Seit 2018 gehört jedes Jahr mit Ausnahme von 2021 zu den zehn heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Für Patrick Friedl ist klar: Bayern muss sich systematisch darauf vorbereiten, dass Hitze immer häufiger und extremer auftreten wird. Besonders betroffen sind Innenstädte und Ortskerne. Dort sorgt der Hitzeinsel-Effekt dafür, dass sich Straßen, Plätze und Gebäude tagsüber stark aufheizen und die Wärme nachts nur langsam wieder abgeben. Für Würzburg zum Beispiel zeigen Untersuchungen Temperaturunterschiede von bis zu acht Grad zwischen Innenstadt und Umland. Besonders gefährlich sind die sogenannten Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Dann fehlt dem Körper die dringend benötigte nächtliche Abkühlung. „Hitze ist keine Naturkatastrophe, gegen die man machtlos wäre. Wir wissen längst, welche Maßnahmen helfen: mehr Bäume, mehr Schatten, mehr Grünflächen, kühle Rückzugsräume, kostenloses Trinkwasser und funktionierende Hitzeaktionspläne. Was fehlt, ist nicht das Wissen, sondern der politische Wille“, so Patrick Friedl. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Pflegebedürftige sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Ihre Körper können hohe Temperaturen oft schlechter ausgleichen. Gleichzeitig steigt bei großer Hitze die Belastung für Herz, Kreislauf und Atemwege. Auch die Zahl der Rettungsdiensteinsätze und hitzebedingten Todesfälle nimmt in besonders heißen Sommern nachweislich zu. Hitze ist zudem eine soziale Frage: Wer über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, kann sich leichter schützen – etwa durch gut gedämmte Wohnungen, Verschattung oder Klimatisierung. Menschen mit geringerem Einkommen leben dagegen häufiger in dicht bebauten, stark versiegelten Quartieren mit wenig Grünflächen und in Wohnungen, die sich im Sommer besonders stark aufheizen. Die Folgen der Klimakrise treffen deshalb nicht alle Menschen gleich. Bereits im vergangenen Jahr hatte Patrick Friedl für die Grünen-Landtagsfraktion ein umfassendes Maßnahmenpaket für besseren Hitzeschutz vorgelegt. Darin fordern sie unter anderem, Klimaanpassung als Pflichtaufgabe gesetzlich zu verankern. Außerdem müssten die Kommunen bei der Erstellung und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten und Hitzeaktionsplänen deutlich stärker unterstützt werden. Darüber hinaus soll ein landesweites „Bayernnetz – Kühle Räume“ entstehen. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Gebäude, in denen Menschen während Hitzewellen Schutz vor extremen Temperaturen finden können. Dort sollen kostenlose Trinkwasserversorgung, Aufenthaltsmöglichkeiten und medizinische Grundversorgung gewährleistet sein. Ergänzt werden soll dieses Angebot durch ein bayernweites Hitzetelefon als zentrale Beratungsstelle für Bevölkerung und Kommunen. Besonders wichtig ist aus Sicht der Grünen außerdem der Schutz von Einrichtungen, in denen sich vulnerable Personen aufhalten: Pflegeheime, Krankenhäuser, Kitas und Schulen. Ein Förderprogramm „Klimaresilienz Bayern“ soll Verschattung, Begrünung und die Anschaffung von Kühlsystemen ermöglichen. Zusätzlich sollen Schulhöfe und Kita-Gärten durch mehr Bäume besser vor Hitze und UV-Strahlung geschützt werden. Auch die Stadtplanung müsse stärker auf Hitzeschutz ausgerichtet werden. Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebiete sorgen dafür, dass kühlere Luft aus dem Umland in aufgeheizte Stadtgebiete gelangen kann. Diese Flächen müssten unbedingt von Bebauung freigehalten werden. Dazu gelte es, sie flächenscharf zu kartieren und verbindlich in der Regionalplanung zu berücksichtigen. Zudem müsse der Arbeitsschutz an die neuen klimatischen Realitäten angepasst werden. Wer auf Baustellen, in der Landwirtschaft, in der Logistik oder in anderen Außenberufen arbeitet, ist großer Hitze oft stundenlang ausgesetzt. Deshalb braucht es klare Regeln für Trinkwasserversorgung, Beschattung, Schutzkleidung, ausreichend Pausen und, sofern möglich, flexible Arbeitszeiten. Patrick Friedl: „Hitzeschutz ist eine Querschnittsaufgabe für Gesundheit, Stadtplanung, Soziales, Katastrophenschutz und Umweltpolitik. Wer heute nicht vorsorgt, riskiert morgen vermeidbare Gesundheitsschäden und Todesfälle. Die aktuelle Hitzewelle führt uns wieder einmal vor Augen, wie verletzlich unsere Städte und unsere Gesundheitsversorgung gegenüber extremer Hitze sind. Die Söder-Regierung muss jetzt endlich ins Handeln kommen. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz und damit eine Kernaufgabe des Staates.“ Umfassender Antrag zur Hitzevorsorge Hitzepapier mit weiterführenden Informationen und Forderungen Pressemitteilung vom 05.06.2026 Pressemitteilung vom 09.06.2026