Klimaanpassung: Hitzeschutz und Kühlung 22 Juli 20252 August 2025 „Hitze tötet – Zeit für eine Politik, die schützt!“ Wir alle spüren die Folgen der Klimakrise: Die Sommer werden heißer, Hitzewellen häufiger. Wir müssen schnell und gezielt handeln, um für die Gesundheit und Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger vorzusorgen. Besonders ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderung, Schwangere und Kinder müssen bestmöglich vor Hitze geschützt werden. Es sind gezielte Maßnahmen in Städten und Gemeinden vor Ort notwendig, um sich an die extremen Temperaturen anzupassen und hitzebedingten Gesundheitsgefahren und sozialen Folgen vorzubeugen. Gleichzeitig muss die Staatsregierung Hitzeschutz endlich als zentrale staatliche Zukunftsaufgabe begreifen und darf Kommunen nicht länger allein lassen. Drei zentrale Schritte sind jetzt notwendig: Vorsorge gesetzlich verankern – Gesundheit schützen – Städte abkühlen Damit Bayern gut durch immer heißere Sommer kommt, braucht es mehr als Symbolpolitik. Der Freistaat muss Städten und Gemeinden den Rücken stärken, gezielt in Schutzmaßnahmen für gefährdete Gruppen investieren & mithelfen, unsere Kommunen vor Überhitzung zu bewahren. Klimaanpassung gesetzlich verankernKommunen müssen verpflichtet und vom Freistaat Bayern finanziell in die Lage versetzt werden, sich systematisch auf Hitze, Trockenheit und Extremwetter vorzubereiten. Einrichtungen klimaresilient machenEin gezieltes Förderprogramm „Klimaresilienz Bayern“ soll Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Kindertagesstätten und Schulen, Verschattung durch Begrünung, Sonnenschutz, effiziente Kühlsystemen und anderen Hitzeschutz ermöglichen. Kommunen massiv begrünenEin landesweites Baumpflanzprogramm mit jährlich mindestens 100.000 neuen Stadtbäumen soll zusätzliche Kühlung schaffen und das Mikroklima verbessern. Ausblick: Ein klimaresilientes Bayern, in dem wir gut leben können – trotz Hitze Wenn wir jetzt handeln, werden unsere Städte und Gemeinden zu grünen, lebenswerten Orten – trotz Klimaerhitzung. Bäume spenden Schatten, entsiegelte Flächen lassen Regenwasser versickern und ein kühles Lüftchen zieht durch erhaltene Frischluftschneisen. Begrünte Dächer, Fassaden und Höfe bieten spürbare Abkühlung. An heißen Tagen wissen die Menschen, wohin sie sich zurückziehen können – ob in öffentliche „Kühle Räume“ im Quartier, die klimatisierte Bibliothek oder das schattige Gemeinschaftshaus. Pflegeheime, Kitas und Schulen sind begrünt & mit wirksamer Hitzeschutztechnik ausgestattet – hier ist Vorsorge selbstverständlich geworden. Warnsysteme, geschulte Fachkräfte und Nachbarschaftshilfe sorgen dafür, dass niemand allein bleibt, wenn die Temperaturen steigen. Arbeit wird flexibel organisiert, Sonnenschutz und Pausen sind normal – auch für Paketzusteller*innen oder Gärtner*innen. Und wenn der Ausnahmefall eintritt, koordiniert ein landesweites Hitze-Notfallzentrum schnell und verlässlich die Hilfe. Klimaanpassung und insbesondere Hitzeschutz sind dann keine Notlösungen mehr – sondern Ausdruck einer vorausschauenden, ökologischen, sozialen und modernen Politik. Wir leben weiterhin gut in unseren Städten und Dörfern – auch in einem heißer werdenden Klima. Was jede*r Einzelne tun kann: Ausreichend trinken.Pro Tag mindestens ein bis zwei Liter mehr trinken als üblich. Am besten geeignet sind Mineralwasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Schorlen. Alkohol und zu viel Zucker vermeiden. Ideal sind Getränke bei Raumtemperatur oder lauwarm, da stark gekühlte Getränke den Hitzestress des Körpers erhöhen. Den Körper kühlen.Geeignete Kleidung wählen. Dazu zählen weite, lockere, helle Kleidungsstücke aus Naturfasern (z. B. Leinen, Baumwolle) und offene oder atmungsaktive Schuhe. Feuchte Waschlappen auf die Haut (Stirn, etc.) sowie Fußbäder sind sehr wirkungsvoll. Auch Ganzkörperbäder können sinnvoll sein, allerdings mit Bedacht. Zu plötzliche oder starke Temperaturunterschiede können den Kreislauf belasten und gefährlich sein. In kühlen und schattigen Umgebungen aufhalten.Das eigene Haus bzw. die eigene Wohnung (nötigenfalls in Absprache mit Vermieter*innen) hitzefest machen durch hitzeabweisende Baumaterialien, Begrünung (Bäume, Dach- und Fassadenbegrünung), Jalousien, Markisen, Überdachungen, etc. Auch Solarpaneele auf dem Dach dämmen gegen Hitze. Lüften nur dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Wenn es im Gebäude dennoch zu heiß wird, kühlere Umgebungen suchen (Parks oder andere Orte mit Bäumen, beschattete Ränder von Gewässern, Hinterhöfe, etc.). Wo vorhanden, die angebotenen öffentlichen “Kühlen Räume” oder sonstige kühle öffentliche Orte (Rathaus, Bibliothek, Kirchen, etc.) nutzen. Vor Sonneneinstrahlung schützen.Sinnvoll sind helle Kopfbedeckungen und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, auch bei Aufenthalt im Schatten. Körperliche Belastung reduzieren.Aktivitäten (vor allem Sport und anstrengende Arbeiten) möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlagern. Nötigenfalls ärztlichen Rat zur Hitze-Verträglichkeit von Medikamenten einholen. Anderen helfen oder Hilfe in Anspruch nehmen.Nach dem Wohlergehen von vulnerablen Personen (Älteren, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, etc.) erkundigen und Hilfe anbieten (in Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft). Evt. Engagement in Nachbarschaftshilfe oder sonstigen ehrenamtlichen Hilfsmöglichkeiten wie “Hitzepatenschaften”. Vulnerable Personen selbst sollten nicht zögern, Hilfsangebote zu suchen und zu nutzen. Auch bei der Arbeit achtsam sein, besonders in Außenberufen.Für Menschen, die im Freien arbeiten, ist Schutz vor Hitze und Sonneneinstrahlung (durch Schatten, geeignete Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnencreme) sowie ausreichendes Trinken besonders wichtig. Es braucht genügend Pausen. Gemeinsam mit den Arbeitgeber*innen sollte über geeignete Maßnahmen wie flexiblere Arbeitszeiten und nötigenfalls “hitzefrei” nachgedacht werden. Für alle gilt: Der Arbeitsplatz sollte ausreichend kühl sein. Ansonsten kann arbeiten im Home-Office eine Lösung sein. Arbeitgeber*innen tragen eine Verantwortung für den Schutz ihrer Mitarbeitenden und sollten in dieser Hinsicht proaktiv tätig werden. Auch Tiere leiden unter Hitze.Haustiere sollten stets mit ausreichend Wasser versorgt sein und kühle, schattige Plätze zur Verfügung haben. Auch für sie sollten Aktivitäten (Gassi usw.) in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Auch für Wildtiere wie Vögel und Insekten kann gesorgt werden durch das Aufstellen flacher Wasserschalen und das Bereitstellen schattiger Rückzugsorte. Was bei Hitze Menschen hilft, hilft in der Regel auch Tieren. Einige wichtige Anträge zu diesem Thema [noch ohne Drucksache] Grün und Blau am Bau – Klimawandelanpassung bei öffentlichen Bauvorhaben [noch ohne Drucksache] Bäume statt Hitzeinseln: 100.000 grüne Klimaanlagen für Bayern 19/7360 Trinkwasser für alle – Installation von barrierefreien Trinkwasserbrunnen und Refillstationen an allen staatlichen Einrichtungen mit Publikumsverkehr. 19/7292 [Dringlichkeitsantrag] Sonnenschutz und Kühlung – Hitzeschutzmaßnahmen in sozialen und öffentlichen Einrichtungen jetzt! 19/7240 Bäume für Bayerns Kinder und Jugendliche: mehr Grün für Kita-Gärten und Schulhöfe 19/6983 Hitze-Notfallzentrum für Bayern – Koordination „Kühler Räume“ und Hitzetelefon 19/2862 [Dringlichkeitsantrag] Hitzeschild 2030 für Bayern: Grüne Schattenplätze statt grauer Hitzefallen! 18/23714 [Dringlichkeitsantrag] Bedrohung durch Hitze endlich ernst nehmen – Kommunen unterstützen – Katastrophenschutz verbessern! Einige wichtige Pressemitteilungen zu diesem Thema 02.07.25: Schutz für Kinder, Kranke und Pflegebedürftige in Bayern vor Hitzefolgen 25.06.25: Hitze-Notfallzentrum und besserer Hitzeschutz für Bayern nötig! 17.07.24: Bayern braucht einen Hitzeschild! 20.07.22: Bayern ächzt unter der Hitze: Kommunen endlich unterstützen! 22.07.21: Sofortprogramm für Starkregenvorsorge und Extrem-Hitze-Schutz Ausgearbeitet von: Christian Bauer, Regina Reiter und Patrick Friedl – Juli 2025 Hier das Info-Papier zu Hitzeschutz und Kühlung in Gänze: Info-Papier Klimaanpassung_Hitzeschutz und KühlungHerunterladen