Friedl: Söder-Regierung setzt Pflegebedürftige weiter der Hitze aus

Patrick Friedl: „Alten- und Pflegeheime müssen dringend klimatisiert, verschattet und begrünt werden. Dass die Staatsregierung dafür noch immer keine gezielte Unterstützung vorsieht, ist nicht nachvollziehbar.“

„Jede Hitzewelle bringt ältere und pflegebedürftige Menschen in Lebensgefahr. Trotzdem trägt die Staatsregierung viel zu wenig dazu bei, Pflege- und Altenheime besser vor Hitze zu schützen. Das ist völlig unverantwortlich“, kritisiert Patrick Friedl, Sprecher für Klimaanpassung der Landtags-Grünen.

Schon wieder befindet sich Bayern mitten in einer Hitzewelle. „Doch die bayerischen Pflegeeinrichtungen werden beim Hitzeschutz weiterhin weitestgehend allein gelassen“ ärgert sich Patrick Friedl. Dabei gehören ältere und pflegebedürftige Menschen zu den am stärksten gefährdeten Gruppen bei extremer Hitze. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts: Rund 80 Prozent der bislang für dieses Jahr geschätzten hitzebedingten Todesfälle entfielen auf Personen über 75 Jahren (7.880 von 9.800 Fällen, lt.: RKI, Wochenbericht zur hitze­bedingten Morta­lität, Kalenderwoche 29/2026).

Insbesondere kritisiert Friedl, dass auch die (ohnehin unterfinanzierte) Neuauflage der „Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz“ erneut keine gezielte Unterstützung für Pflegeeinrichtungen enthält.

Patrick Friedl: „Schon jetzt sind in Deutschland so viele Menschen wie noch nie an Hitze gestorben – und der Sommer ist noch lange nicht vorbei. Spätestens jetzt müsste doch allen klar sein: Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Alten- und Pflegeheime müssen dringend klimatisiert, verschattet und begrünt werden. Dass die Staatsregierung dafür noch immer keine gezielte Unterstützung vorsieht, ist nicht nachvollziehbar.“

Bereits im Juli hatten die Landtags-Grünen mit einer Anfrage aufgedeckt, dass die Staatsregierung weder weiß, welche Einrichtungen besonders unter extremer Hitzebelastung leiden, noch wo es bereits Hitzeschutzpläne, kühle Rückzugsräume oder ausreichenden Sonnenschutz gibt. Zugleich bietet die Staatsregierung kaum verbindliche Schutzstandards, Förderprogramme oder konkrete Unterstützungsangebote.

Patrick Friedl: „Die Staatsregierung versucht permanent, die Verantwortung allein den Kommunen und Einrichtungen zuzuschieben. Damit macht sie es sich viel zu einfach. Hitzeschutz, besonders für vulnerable Gruppen, gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. – Und von der von Ministerpräsident Söder angekündigten erhöhten Förderung von Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen ist noch nichts zu sehen. Die Söder-Regierung setzt so Pflegebedürftige weiterhin der Hitze aus.“

Bei den folgenden Maßnahmen sind die Alten- und Pflegeheime laut Friedl dringend auf Unterstützung angewiesen:

  • Erstellung von eigenen Hitzeaktionsplänen
  • Verschattung und Kühlung, insbesondere durch Baumpflanzungen, Dach- und Fassadenbegrünung
  • Klimatisierung der Innenräume
  • Einrichtung von kühlen Gemeinschaftsräumen
  • Anschaffung von Trinkwasserspendern, Kühldecken, etc.
  • Schutz des Personals, beispielsweise durch Kühlwesten

Patrick Friedl: „Pflegeeinrichtungen dürfen nicht zur Hitzefalle werden. Wer beim Hitzeschutz spart, gefährdet die Gesundheit der Menschen, die unseren Schutz am dringendsten brauchen.“

Pressemitteilung anlässlich der Berichterstattung von Bayerischem Rundfunk und Mainpost heute:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/hitzeregion-unterfranken-gefahr-am-seniorenheim,VREz1UC

https://www.mainpost.de/franken/wuerzburg-elsenfeld-muenchen-seniorenheime-in-unterfranken-muss-vom-staat-mehr-geld-fuer-den-hitzeschutz-kommen-114621095