{"id":412,"date":"2021-12-20T09:38:44","date_gmt":"2021-12-20T09:38:44","guid":{"rendered":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2021\/12\/20\/musterantrag-pestizidfreie-kommune\/"},"modified":"2021-12-20T09:38:44","modified_gmt":"2021-12-20T09:38:44","slug":"musterantrag-pestizidfreie-kommune","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2021\/12\/20\/musterantrag-pestizidfreie-kommune\/","title":{"rendered":"Musterantrag Pestizidfreie Kommune"},"content":{"rendered":"<p>nach Vorschlag des Bund Naturschutz e.V. (BUND)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00a0Die Gemeinde \u2026\/Die Stadt \u2026 m\u00f6ge beschlie\u00dfen:<\/p>\n<p>\u2026 entwickelt sich zur \u201ePestizidfreien Kommune\u201c. Dies bedeutet im Einzelnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Ab sofort\/schrittweise werden auf allen kommunalen Fl\u00e4chen (Kulturland sowie Nichtkulturland) keine chemisch-synthetischen Pestizide (Pflanzenschutzmittel) mehr eingesetzt.<\/li>\n<li>Private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege \u00f6ffentlicher Fl\u00e4chen erhalten, werden ebenfalls zu einem Pestizidverzicht verpflichtet.<\/li>\n<li>\u00a0Bienen- und insektenfreundliche Bl\u00fchfl\u00e4chen oder Projekte werden initiiert.<\/li>\n<li>Bei der Verpachtung kommunaler Fl\u00e4chen f\u00fcr eine landwirtschaftliche Nutzung wird ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag verankert.<\/li>\n<li>Private Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung werden zur pestizidfreien Bewirtschaftung aufgefordert.<\/li>\n<li>B\u00fcrger*innen werden \u00fcber die Bedeutung von Biodiversit\u00e4t in der Gemeinde\/Stadt informiert und bekommen gleichzeitig M\u00f6glichkeiten zum Schutz von Best\u00e4ubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Ma\u00dfnahmen beim G\u00e4rtnern aufgezeigt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung<\/p>\n<p>Auch in unserer Gemeinde\/Stadt werden Pestizide eingesetzt, um unerw\u00fcnschte Kr\u00e4uter, Gr\u00e4ser und Insekten von Orten wie Parkwegen, Sport- und Spielpl\u00e4tzen, Gr\u00fcnanlagen oder Stra\u00dfenr\u00e4ndern zu beseitigen. Viele dieser Mittel stehen im Verdacht, Krebs zu erregen, die Fortpflanzung zu sch\u00e4digen oder eine hormonelle Wirkung zu haben. Auf \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen wie Sport- und Spielpl\u00e4tzen k\u00f6nnen die Wirkstoffe in direkten Kontakt mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern kommen. Insbesondere f\u00fcr Kinder und Schwangere ist das eine Gefahr. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen sind den Stoffen schutzlos ausgeliefert. Dar\u00fcber hinaus gelangen Pestizide h\u00e4ufig unbeabsichtigt in die Gew\u00e4sser, was nicht nur zu einer potenziellen Gef\u00e4hrdung der darin lebenden Tiere, sondern letztlich auch der Menschen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Tier- und Pflanzenarten im st\u00e4dtischen Raum sind Pestizide ein Verh\u00e4ngnis. Denn nicht nur die unerw\u00fcnschten Wildkr\u00e4uter und Insekten werden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Flederm\u00e4use (sei es durch Vergiftung oder durch Entfernung des Lebensraums bzw. der Nahrungsgrundlage). Dabei ist sp\u00e4testens seit dem Volksbegehren Artenvielfalt (\u201eRettet die Bienen\u201c) bekannt, wie wichtig diese Tiere f\u00fcr unser \u00d6kosystem sind, und wie schlecht es um sie steht.\u00a0 Von den fast 600 Wildbienenarten in Deutschland steht rund die H\u00e4lfte auf der Roten Liste.\u00a0 Dabei sind bl\u00fctenbesuchende Insekten unentbehrlich f\u00fcr die Best\u00e4ubung von Wild- und Kulturpflanzen. Sie erhalten die Pflanzenvielfalt und sichern landwirtschaftliche Ertr\u00e4ge und damit unsere Ern\u00e4hrung.\u00a0 Laut Weltern\u00e4hrungsorganisation sind weltweit rund zwei Drittel unserer Nahrungspflanzen auf Best\u00e4uber angewiesen. In St\u00e4dten und Gemeinden sichern Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge den Kleing\u00e4rtnern eine gute Obsternte und den ans\u00e4ssigen Imkern reichlich Honig.<\/p>\n<p>Weltweit und auch in Deutschland erleben wir einen zunehmenden Verlust der Artenvielfalt. Grund daf\u00fcr ist vor allem die intensive Landwirtschaft. Dort dominieren meist Monokulturen, die intensiv mit Pestiziden gespritzt werden. Hecken oder Bl\u00fchfl\u00e4chen, als fehlen oft komplett als R\u00fcckzugsgebiete und Nahrung f\u00fcr viele Insekten, V\u00f6gel und S\u00e4ugetiere. \u00dcber 40.000 Tonnen Pestizide belasten j\u00e4hrlich in Deutschland die Umwelt, Tendenz steigend. Das Ziel der Nationalen Biodiversit\u00e4tsstrategie, den Verlust von Arten zu stoppen, kann mit dem aktuellen Pestizideinsatz nicht erreicht werden.<\/p>\n<p>Siedlungsgebiete sind oft letzte R\u00fcckzugsorte f\u00fcr bedrohte Arten, die in der Agrarlandschaft keinen Lebensraum mehr finden. Kommunen k\u00f6nnen hier Verantwortung und eine Vorreiterrolle f\u00fcr den Artenschutz \u00fcbernehmen, indem sie bei der Fl\u00e4chenpflege keine Pestizide einsetzen. Auch f\u00fcr die menschliche Gesundheit, die Lebensqualit\u00e4t und den Tourismus ist der Pestizidverzicht ein Gewinn. Bundesweit etwa 550 St\u00e4dte und Gemeinden sind bereits ganz oder teilweise pestizidfrei, einige von ihnen sogar schon seit \u00fcber 20 Jahren. Die m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmen sind vielf\u00e4ltig. So werden Fl\u00e4chen mit mehrj\u00e4hrigen Stauden bepflanzt, die Insekten ein ganzj\u00e4hriges Bl\u00fctenangebot und damit Nahrung und Lebensraum schaffen. Fr\u00fchzeitiges Reinigen von Verkehrsfl\u00e4chen und planerische Weitsicht bei der Bebauung sind wichtige Elemente, um einen zu starken Bewuchs zu verhindern. Alternativen zur Chemiekeule sind vielf\u00e4ltige mechanische und thermische Verfahren. Besonders wichtig ist dabei immer die Kommunikation mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, um die notwendige Akzeptanz zu schaffen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>PS.: F\u00fcr n\u00e4here Informationen sei auf das Papier \u201e<a href=\"https:\/\/www.bund.net\/service\/publikationen\/detail\/publication\/stadtnatur-ohne-gift-pestizidfreie-kommunen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stadtnatur ohne Gift: pestizidfreie Kommunen<\/a>\u201c des \u201eBUND\u201c hingewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>nach Vorschlag des Bund Naturschutz e.V. (BUND)<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42],"tags":[],"class_list":["post-412","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musterantraege-kommunal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=412"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/412\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}