{"id":276,"date":"2020-09-15T16:22:40","date_gmt":"2020-09-15T15:22:40","guid":{"rendered":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2020\/09\/15\/boden-schuetzen-und-gemeinsam-wasser-nutzen\/"},"modified":"2020-09-15T16:22:40","modified_gmt":"2020-09-15T15:22:40","slug":"boden-schuetzen-und-gemeinsam-wasser-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2020\/09\/15\/boden-schuetzen-und-gemeinsam-wasser-nutzen\/","title":{"rendered":"Boden sch\u00fctzen und gemeinsam Wasser nutzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>GR\u00dcNE informieren sich beim Besuch des VINAQUA-Projektes in Volkach \u00fcber zukunftsf\u00e4hige Gemeinschaftsprojekte<\/strong><\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel auf der Homepage der <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/regional\/kitzingen\/gruene-boden-schuetzen-und-gemeinsam-wasser-nutzen;art773,10499124\">[Mainpost]<\/a><\/p>\n<p>In Volkach f\u00e4llt in einem Jahr 550 Liter Niederschlag auf einen Quadratmeter Boden. In Israel sind es 600 Liter, in Kalifornien 306 Liter. Der Niederschlag w\u00fcrde in Volkach ausreichen, um die Reben ein Jahr mit Wasser zu versorgen, wenn er gleichm\u00e4\u00dfig fallen w\u00fcrde. Das tut er aber nicht: Der meiste Niederschlag f\u00e4llt im Winter und bei Starkregenereignissen im Sommer. Der Boden kann jedoch nicht so viel Wasser auf einmal aufnehmen, dadurch flie\u00dft viel Wasser ungenutzt in den Kanal und in den Fluss.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Klimaerhitzung: MdL Patrick Friedl aus W\u00fcrzburg, Sprecher f\u00fcr Klimaanpassung, erinnert beim gemeinsamen Besuch der unterfr\u00e4nkischen GR\u00dcNEN beim VINAQUA-Projekt in Volkach daran, dass die schlimmsten wissenschaftlichen Prognosen zur Klimaerw\u00e4rmung in den letzten drei Jahren bereits eingetroffen sind. Patrick Friedl: \u201eSo hat sich die Temperatur seit 2018 in Unterfranken bereits um \u00fcber 2 Grad erh\u00f6ht gegen\u00fcber dem Referenzeitraum 1961 bis 1990. Der Niederschlag ist dramatisch r\u00fcckl\u00e4ufig und gleichzeitig ist die Verdunstung in den Weinbergen und auf den \u00c4ckern gestiegen. Trockenheit und D\u00fcrre drohen unsere st\u00e4ndigen Begleiterinnen zu werden. \u201eDie Herausforderungen f\u00fcr Weinbau, den Gartenbau und die Landwirtschaft im Allgemeinen sind riesig\u201c, sagt der Landtagsabgeordnete Paul Knoblach aus Garstadt im Landkreis Schweinfurt: \u201eWeder die Winzer, noch die Landwirte, noch die Trinkwasserversorger k\u00f6nnen die daraus resultierenden Probleme alleine l\u00f6sen, wir brauchen hier geeignete Gemeinschaftsprojekte f\u00fcr die Region\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Um sich dar\u00fcber zu informieren, hatten die GR\u00dcNEN zur F\u00fchrung durch das VINQUA-Projekt eingeladen. Dr. Patzwahl, der Leiter des Projektes, erl\u00e4uterte ihnen ausf\u00fchrlich die Historie: Um auch unter der zunehmenden Trockenheit und der Bodenerosion noch Weinbau und Landwirtschaft betreiben zu k\u00f6nnen, bietet sich die Nutzung von Bew\u00e4sserungsanlagen und Wassermanagementsystemen an, die das Oberfl\u00e4chenwasser nicht ungenutzt wegflie\u00dfen lassen, sondern das wertvolle Brauchwasser in der Region halten. In Volkach gibt es deswegen seit 2010 auf einer begrenzten Rebfl\u00e4che ein Wassermanagementsystem, das den Oberfl\u00e4chenabfluss aus den Weinbergen in einem Pufferbecken auff\u00e4ngt und in Speicherbecken pumpt, um das Wasser bei Bedarf mit Tropfbew\u00e4sserung in die Weinberge zu bringen, erl\u00e4uterte Patzwahl. Die Anlage wurde im Rahmen einer Kooperation aus den ans\u00e4ssigen Winzern, die Rebanlagen im Betropfungsgebiet haben, sowie der Stadt Volkach, die durch den Bau Kosten f\u00fcr ihr Kanalsystem einspart, und der Fernwasserversorgung Franken (FWF) errichtet. Wichtig war f\u00fcr die GR\u00dcNEN, dass die Betriebskosten der Anlage durch die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe gemeinsam getragen werden, die sich zudem verpflichteten, ihre Weinberge auf mindestens 40 Jahre ganzj\u00e4hrig zu begr\u00fcnen und auf potentielle Ausgleichsrechte und Ausgleichsfl\u00e4chenzahlungen durch die Trinkwasserversorger zu verzichten. Die Anlage versorgt aktuell 30 Hektar Rebfl\u00e4che und Obstb\u00e4ume, kann aber bis zu 100 Hektar Rebfl\u00e4che versorgen. Die GR\u00dcNEN waren sich einig: Einer der gro\u00dfen Vorteile dieses Projektes ist die gemeinsame Finanzierung sowie die darin enthaltene Verpflichtung, sich gemeinsam f\u00fcr mehr Erosionsschutz und wassersparende Bew\u00e4sserung einzusetzen. Denn das VINAQUA-Wassermanagementsystem in Volkach ist mehr als ein Bew\u00e4sserungskonzept f\u00fcr Weinberge: Prim\u00e4r geht es hier um die Reinhaltung des Trinkwassers: unterhalb der betropften Rebfl\u00e4che befindet sich ein Wasserschutzgebiet, aus dem die FWF Grundwasser erschlie\u00dft und anschlie\u00dfend aufbereitet. Doch da das Trinkwasser im Erschlie\u00dfungsgebiet Volkach einen hohen Nitratwert hat und die Aufbereitung des Trinkwassers jedes Jahr hohe Kosten verursacht, ist jede Ma\u00dfnahme, die verhindert, dass belastetes Wasser bei Regen in das Trinkwassererschliessungsgebiet abl\u00e4uft, wichtig.<\/p>\n<p>Das Projekt reduziert ebenfalls die Erosion des wertvollen Humusbodens auf den Steillagen durch die Begr\u00fcnung der Weinberge und den geringeren Wasserabfluss bei st\u00e4rkeren Regenf\u00e4llen, denn das Wasser rei\u00dft auch Boden mit sich: im Schnitt betr\u00e4gt die Bodenerosion in Volkach, abh\u00e4ngig von der Bodenbearbeitung, 6-12 Tonnen pro Hektar. Nachhaltig w\u00e4ren jedoch nur 4-5 Tonnen. Die Sedimente landen im Main und gef\u00e4hrden dort die Binnenschifffahrt. Um diese zu entfernen, muss die Bundeswasserstrasse gepflegt werden. Wenn sich der Aufwand daf\u00fcr reduziert, sinken auch die Kosten f\u00fcr den Steuerzahler, erl\u00e4uterte Patzwahl.<\/p>\n<p>Die VINAQUA-Anlage in Volkach beinhaltet somit nicht nur ein Bewirtschaftungs- und Bew\u00e4sserungskonzept f\u00fcr Weinberge, das den bevorstehenden Herausforderungen des Klimawandels gerecht wird. Es ber\u00fccksichtigt neben der Weinqualit\u00e4t auch \u00f6kologische Aspekte wie den Bodenschutz und gesellschaftliche Aspekte, wie die Trinkwasserversorgung und die Binnenschifffahrt. Die Anlage in Volkach gilt als ein Gemeinschafts- und Vorzeigeprojekt, von dem viele profitieren. F\u00fcr die Landtagsabgeordnete Kerstin Celina aus dem Landkreis W\u00fcrzburg ist das Projekt ein Baustein, um regional erzeugten Wein und Nahrungsmittel hier auch in Zukunft produzieren und vermarkten zu k\u00f6nnen: \u201eDas Projekt zeigt, wie unter dem rasant fortschreitenden Klimawandel der Weinbau, der unsere Landschaft pr\u00e4gt, unterst\u00fctzt werden kann. Das ist nat\u00fcrlich auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor f\u00fcr die Region und den hiesigen Tourismus. Wie beliebt die Region ist, konnte ja jeder in den letzten Monaten sehen, und jetzt, im Herbst zur Traubenlese, gilt das nat\u00fcrlich erstrecht.&#8220;<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen den Klimawandel, die Hitze und die Trockenheit konsequent an der Ursache bek\u00e4mpfen, aber auch in Anpassungsma\u00dfnahmen investieren, sonst wird es zu weiteren Ertragseinbr\u00fcchen kommen, mit der Folge, dass viele Gem\u00fcse- und Obstbaufl\u00e4chen in Franken verschwinden werden und Betriebe aufgeben m\u00fcssen. Neben der Ver\u00e4nderung der Kulturlandschaft wird damit auch die Wirtschaft der Region betroffen. Denn jeder Euro Umsatz im Weinbau bedeutet vier Euro Umsatz im Tourismus. Das zeigt, wir m\u00fcssen jetzt handeln\u201c, fassten die GR\u00dcNEN zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GR\u00dcNE informieren sich beim Besuch des VINAQUA-Projektes in Volkach \u00fcber zukunftsf\u00e4hige Gemeinschaftsprojekte Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel auf der Homepage der [Mainpost] In Volkach f\u00e4llt in einem Jahr 550 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":275,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-276","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pressemitteilungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}