{"id":168,"date":"2019-06-12T23:23:25","date_gmt":"2019-06-12T22:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2019\/06\/12\/landwirtschaft-im-suedlichen-landkreis-wuerzburg-von-der-zuckerruebe-bis-zu-trueffelbaeumen\/"},"modified":"2019-06-12T23:23:25","modified_gmt":"2019-06-12T22:23:25","slug":"landwirtschaft-im-suedlichen-landkreis-wuerzburg-von-der-zuckerruebe-bis-zu-trueffelbaeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/2019\/06\/12\/landwirtschaft-im-suedlichen-landkreis-wuerzburg-von-der-zuckerruebe-bis-zu-trueffelbaeumen\/","title":{"rendered":"Landwirtschaft im s\u00fcdlichen Landkreis W\u00fcrzburg: von der Zuckerr\u00fcbe bis zu Tr\u00fcffelb\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<h4>Celina und Friedl diskutieren vor Ort \u00fcber Landwirtschaft im s\u00fcdlichen Landkreis W\u00fcrzburg<\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u201eReden mit den Landwirten\u201c wollen die GR\u00dcNEN Landtagsabgeordneten der Region, und zwar nicht erst seit dem erfolgreichen Volksbegehren \u201eRettet die Bienen f\u00fcr mehr Arten- und Naturschutz in Bayern. \u201eIch war vorher schon regelm\u00e4\u00dfig mit Landwirten in ganz Unterfranken im Gespr\u00e4ch\u201c, erl\u00e4utert Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis W\u00fcrzburg, und f\u00fcgt hinzu: \u201enach dem Volksbegehren gilt erst recht: Wir m\u00fcssen die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen und miteinander reden, und zwar sowohl am Runden Tisch auf bayerischer Ebene als auch in den Regionen. Wir brauchen das Fachwissen der Landwirte, ganz besonders im Hinblick auf die B\u00f6den, die sie schon viele Jahre bewirtschaften, ebenso wie die Erkenntnisse der Wissenschaft, der Naturschutzverb\u00e4nde und eine zukunftsorientierte Forschung\u201c. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Zusammen mit ihrem Kollegen Patrick Friedl, dem naturschutzpolitischen Sprecher der GR\u00dcNEN Landtagsfraktion, der den W\u00fcrzburger Stimmkreis vertritt, sowie den Ochsenfurter GR\u00dcNEN Dr. Iris Eisenmann-Tappe und Stadtr\u00e4tin Britta Huber besuchte Celina den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie von Zobel in Darstadt. Der Landwirt Heiner von Zobel setzte sich viele Jahre als Vorsitzender der Freien W\u00e4hler des Landkreises W\u00fcrzburgs f\u00fcr die Interessen der Landwirtschaft ein. Er f\u00fchrt zusammen mit seinen zwei S\u00f6hnen den landwirtschaftlichen Familienbetrieb \u2013 eine generationen\u00fcbergreifende Tradition: bereits seit dem 13. Jahrhundert ist das Geschlecht der Zobels in Darstadt vertreten. Einer der S\u00f6hne, Felix von Zobel, hat im letzten Jahr ein Praktikum bei der Landtagsabgeordneten Celina absolviert. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Nach einer Begr\u00fc\u00dfungsrunde im kleinen Schloss mit vielen regionalgeschichtlichen Informationen fuhren die GR\u00dcNEN zusammen mit Heiner von Zobel und seinem Sohn Felix zu den umliegenden Feldern des Landwirtschaftsbetriebs. Erstes Gespr\u00e4chsthema waren die langgezogenen Wasserspuren in den Feldern, die bei Starkregen entstehen. Regnet es viel in kurzer Zeit, so leiden vor allem Felder in Hanglage: die Erde rutscht nach unten ab, Saatgut und n\u00e4hrstoffreicher Boden geht den h\u00f6heren Lagen verloren. Um das zu verhindern, s\u00e4t von Zobel Grasstreifen in die Felder, die Wurzeln der Gr\u00e4ser wirken einem Hangrutsch entgegen. F\u00fcr diese Grasstreifen erhalten Landwirte auch h\u00f6here Entsch\u00e4digungen als f\u00fcr die viel diskutierten Bl\u00fchstreifen, das Gras kann sp\u00e4ter zu Heu weiterverarbeitet werden und bringt dem Landwirt so zus\u00e4tzlichen wirtschaftlichen Nutzen. \u201eF\u00fcr mich ist das in dieser Situation die bessere Alternative\u201c erkl\u00e4rt von Zobel. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Dass es beim Thema Umweltschutz je nach Region verschiedene Wege gibt, um ans Ziel zu kommen, sieht auch Patrick Friedl: \u201e\u00d6kosysteme sind komplex und wir m\u00fcssen alle verf\u00fcgbaren Hebel in Bewegung setzen, um den R\u00fcckgang der Artenvielfalt zu stoppen und so zu wirtschaften, dass auch gr\u00f6\u00dfere Trockenheit und singul\u00e4re Wetterereignisse wie Starkregen nicht zu einem Abschwemmen des wertvollen Bodens f\u00fchren\u201c. Dazu geh\u00f6rt f\u00fcr ihn auch der vollst\u00e4ndige Verzicht auf Glyphosat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">In den besonders trockenen Gebieten wie in der Darstadter Gegend h\u00e4lt von Zobel es dagegen f\u00fcr schwierig, auf Herbizide, unter anderem auch Glyphosat, voll und ganz zu verzichten. \u201eIch pflanze Zwischenfr\u00fcchte, um den Boden zu halten, und um Nitrat aus dem Boden in den Pflanzen zu binden. Normalerweise sollten diese Pflanzen im Winter abfrieren, ist es aber nicht kalt genug, m\u00fcssen sie entfernt werden. Kurz vor der Aussaat der Feldfr\u00fcchte muss ich mich entscheiden, welche Methode ich daf\u00fcr anwende. Wenn ich gar keine Spritzmittel verwende, muss ich den Boden st\u00e4rker und tiefer bearbeiten. Dann besteht aber auch die Gefahr, dass der Boden noch schneller austrocknet.\u201c Eine breite und hoch dosierte Anwendung von Glyphosat, wie sie vor allem mit dem sogenannten \u201eRoundup Ready Verfahren\u201c von Monsanto propagiert wurde, lehnt von Zobel ab. Stattdessen w\u00fcrde er es bef\u00fcrworten, auch in Zukunft noch eine Genehmigung f\u00fcr kleinere Mengen Glyphosat unter bestimmten Voraussetzungen, nach Abw\u00e4gung mit anderen Methoden, bekommen zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Die GR\u00dcNE Ochsenfurter Stadtr\u00e4tin und Referentin f\u00fcr Landwirtschaft &amp; Forsten im Stadtrat, Britta Huber, h\u00e4lt eine derartige Notl\u00f6sung nicht f\u00fcr sinnvoll, hat sie doch erst letztes Jahr ihren Antrag auf Glyphosat-freie Bewirtschaftung st\u00e4dtischer Grundst\u00fccke durchgebracht: \u201eDas w\u00fcrde ja bedeuten, dass nach einem Glyphosat-Verbot doch Ausnahmegenehmigungen zu bekommen sind, wenn auch mit viel Papierkrieg\u201c. Letztendlich w\u00fcrden diese Bedingungen ja dann immer f\u00fcr eine ganze Region gelten, so komme man nicht wirklich weg von Glyphosat, meint sie. F\u00fcr ihre Region w\u00fcnscht sie sich wieder \u201eviel mehr Hecken, B\u00e4ume und R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr Wildtiere \u2013 am Liebsten als Biotopverbunde\u201c, denn da sei im Rahmen der Flurbereinigung viel kaputtgemacht worden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Dass sich die Zahl der Insekten und V\u00f6gel seit einigen Jahren massiv verringert hat, dar\u00fcber waren sich alle einig. \u201eEs ging fix\u201c, meint von Zobel, \u201evor f\u00fcnf bis zehn Jahren br\u00fcteten regelm\u00e4\u00dfig viele Schwalben und Spatzen hier bei uns am Haus, heute kommen kaum noch welche.\u201c Er steht dem Umstieg auf biologische Landwirtschaft offen gegen\u00fcber, seine S\u00f6hne Moritz und Felix von Zobel planen, in den n\u00e4chsten Jahre mit Bio-Anbau verschiedener Mischkulturen auf den heimischen Feldern zu experimentieren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u201eBio-Anbau wird nicht die alleinige L\u00f6sung sein\u201c, meint von Zobel, und verweist darauf, dass auch bei biologischem Anbau dem Boden Stickstoff zugef\u00fchrt werden muss, was wiederum den Nitratgehalt im Grundwasser gerade im trockenen Unterfranken \u00fcber die zul\u00e4ssigen Werte erh\u00f6ht. Trotzdem bekommt die Bio-Landwirtschaft eine Chance: Im letzten Herbst pflanzte die Familie Tr\u00fcffelb\u00e4ume. Daf\u00fcr sind die von Zobels im letzten Jahr t\u00e4glich mit der Gie\u00dfkanne unterwegs gewesen, damit die jungen Eichen, Hainbuchen, Rotbuchen und Haseln\u00fcsse \u00fcberhaupt eine Chance haben, Wurzeln zu schlagen. \u201eViel Arbeit, die sich aber hoffentlich auszahlen wird\u201c, so Felix von Zobel. Wie es scheint, wurde ihm nicht nur die Freude an der Natur und Landwirtschaft weitervererbt, sondern auch das Politikinteresse: Sohn Felix l\u00f6ste Heiner von Zobel im M\u00e4rz als Vorstand der Freien W\u00e4hler im Landkreis W\u00fcrzburg ab.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Celina und Friedl diskutieren vor Ort \u00fcber Landwirtschaft im s\u00fcdlichen Landkreis W\u00fcrzburg \u201eReden mit den Landwirten\u201c wollen die GR\u00dcNEN Landtagsabgeordneten der Region, und zwar nicht erst seit dem erfolgreichen Volksbegehren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":167,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36],"tags":[],"class_list":["post-168","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pressemitteilungen-landtagsabgeordneter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/media\/167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/patrick-friedl.de\/wps\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}