Patrick Friedl

Stadtrat in Würzburg

Landtagskandidaten Friedl und Celina zur Erdüberhitzung

Im Grünen Büro stand am Freitag die letzte Auflage des Formats Grün im Gespräch vor der Landtags- und Bezirkswahl auf dem Programm. Das Thema hätte nicht besser gewählt werden können: Klimaschutz ist einerseits eines DER Grünen Ur-Themen, andererseits ist es aktueller denn je und nicht zuletzt durch den gerichtlich verfügten Rodungsstopp im Hambacher Forst und die Mahnung des Weltklimarats zu mehr Klimaschutz in aller Munde. Mit Landtagskandidat Patrick Friedl nahm ein ausgewiesener Experte auf dem Grünen Sofa Platz. An seiner Seite Kerstin Celina (MdL) und Bezirksrat Gerhard Müller. Christina Burck schlüpfte, wie immer gut vorbereitet, in die Rolle der Moderatorin. Friedl stellte gleich zu Beginn klar: „Klimaschutz geht uns alle an.“ Ihm oblag es zunächst, die oft synonym verwendeten Begriffe Wetter und Klima klar voneinander zu trennen, um so für alle Gäste eine einheitliche Diskussionsbasis zu schaffen. Friedl verdeutlichte die dramatische Lage in Bezug auf DEN Indikator für den stattfindenden Klimawandel. „Der CO2 – Gehalt in der Atmosphäre hat schon längst den kritischen Wert überschritten“, machte er klar. „Die fünf wärmsten Jahre am Stück liegen hinter uns, der CO2 – Ausstoß ist nach wie vor im Aufwuchs, wir haben eine steigende Weltbevölkerung und eine wachsende Weltwirtschaft“, so Friedl weiter. „Momentan fahren wir mit Vollgas gegen die Wand, wir sollten anfangen zu bremsen“, lautete seine eindringliche Forderung.

Celina sprach die aktuelle Situation im Hambacher Forst an und zeigte sich sehr erfreut über die Entscheidung des Gerichts. „Die ganze Absurdität des Unterfangens im Hambacher Forst wird alleine an folgenden Zahlen deutlich: durch die Verstromung der Kohle unter dem Wald würden 1,6 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen. Um die Pariser Klimaziele zu erfüllen, dürfen in Deutschland aber nur noch 1,5 Milliarden Tonnen CO2 verstromt werden, wir haben aber mehrere Kohlefördergebiete. Die Kohle wird unter der Erde bleiben müssen, sonst können wir die Klimaziele von Paris nicht einhalten“, sagte Celina. „Die Grüne Forderung ist somit eindeutig der Kohleausstieg und zwar so schnell wie nur möglich“, erklärte Friedl.

Im Laufe des Abends wurden durch Fragen aus dem Publikum zahlreiche weitere Themen aufgeworfen: der Dieselkompromiss, der nach Meinung aller Anwesenden ein Konjunkturprogramm für die Autoindustrie ist, Erneuerbare Energien und die dafür benötigten Technologien, Investitionen in diesen Bereichen, das Schienennetz, der ÖPNV und Windräder. Es wurde klar, Deutschland muss schnell und entschieden handeln, denn wir sind dabei abgehängt zu werden. Mit Blick auf das von ihm mit initiierte Volksbegehren zur Verankerung des Klimaschutzes in der Bayerischen Verfassung verwies Friedl auf die Wichtigkeit dieses Schrittes. „Die Verfassung bindet alle staatliche Gewalt. Den Klimaschutz dort zu verankern, ist von unschätzbarem Wert. Und unsere Initiative findet Zustimmung und Nachahmer“, sagte der Grünenpolitiker. „Niedersachsen zieht nach, die Grünen in Hessen und die Bundestagsfraktion meiner Partei fordern inzwischen die Aufnahme des Klimaschutzes ins Grundgesetz. Es kommt etwas in Bewegung“, stellte Friedl fest.

Am Ende der Gesprächsrunde fasste Burck zusammen, was allen deutlich geworden ist: „Wir brauchen neue Ideen und Entwicklungen, aber wir müssen einfach weniger verbrauchen. Wir kommen an die Grenze des Klimas und jeder Einzelne ist gefragt.“ - „Die Grünen müssen wieder mutiger werden und Dinge benennen, auch wenn diese unangenehm sind“, forderte Friedl. „Wir müssen unseren Verbrauch einschränken und den Verbrauch von Ressourcen höher besteuern. Nur dadurch werden Alternativen konkurrenzfähig, neue Ideen, Konzepte und Entwicklungen angestoßen und gefördert. Nur dadurch können wir am Ende Erfolge erzielen“, sagte er. Celina ergänzte: „Wir alle müssen mutiger denken, Gewohnheiten ändern und Orte wieder zu Lebensräumen gestalten. Nicht immer ist die Einschränkung in bestimmten Dingen auch ein Verlust, oft gewinnen wir dadurch etwas anderes.“

Grüne Bayern

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