Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Volles Haus beim "Grünen Gespräch" der Würzburger Grünen

Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterhielten sich am vergangenen Donnerstag mit dem Grünen Stadtrat und Landtagskandidaten Patrick Friedl und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in der Region Mainfranken - Rhön Aljoscha Labeille über die Anforderungen einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik für Würzburg. Ausgangspunkt der angeregten und anregenden Diskussion war die These Friedls, dass die Mobilitätswende für die Abdeckung der Mobilitätsbedürfnisse der Würzburgerinnen und Würzburger sorgen muss, dabei aber gleichzeitig weniger Verkehr in der Stadt erzeugt werden soll. Labeille bekräftigte den Unterschied zwischen Mobilität und Verkehr und gab mit dem Dreischritt "vermeiden - verlagern - verbessern" die Themen öffentlicher Nahverkehr, Radfahrer und Fußgänger vor.

Friedl und Labeille waren sich einig, dass parallel zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs das Verkehrsaufkommen durch den autogebundenen Individualverkehr reduziert werden müsse und dass Autos unverhältnismäßig viel Platz im Stadtraum beanspruchten. Dies teilten so auch viele der Gäste. Patrick Friedl: „Eine längst überholte Stadtplanung gab in der Vergangenheit dem Autoverkehr in den Städten den Vorrang. So sind heute die meisten Gehwege zugeparkt, die Radwege zu schmal oder nicht vorhanden und die Fußgängerinnen und Fußgänger mit ihren Rechten und ihrer Bedeutung für den Verkehr kaum noch gesehen.

Labile betonte, dass wir in Würzburg viel zu lange dem Planungsziel der autogerechten Stadt gefolgt sind. Zu viel Autoverkehr und schlechte Luft sind die Folgen. Andere Städte sind da schon weiter. So fördert Freiburg i. Br. schon seit vielen Jahren gezielt Radverkehr und ÖPNV und hat damit heute nur noch einen Anteil von 25 Prozent motorisiertem Individualverkehr - in Würzburg liegt der Wert mit 49 Prozent etwa doppelt so hoch. "Leider müssen wir feststellen, dass wir in Würzburg im Vergleich zu anderen Städten ziemlich schlecht dastehen: Sinkende Fahrgastzahlen im ÖPNV entgegen dem Bundestrend und regelmäßig letzte Plätze bei Untersuchungen zur Fahrradfreundlichkeit zeigen, dass es einen großen Nachholbedarf gibt. Ein notwendiger Schritt wäre eine radikale Umverteilung des Verkehrsraums zugunsten von Fußgängern und Radfahrern und eine 180-Grad-Wende in der Nahverkehrspolitik hin zu einem besseren Angebot zu attraktiven Preisen", so Labeille.

Die gelingende Mobilitätswende für Würzburg muss nach Vorstellung der Grünen die bisherige Verkehrs- und Stadtplanung regelrecht vom „Kopf auf die Füße“ stellen. „Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder mit Fahrrädchen und Verkehrsteilnehmer*innen mit körperlichen Einschränkungen müssen im innerstädtischen Verkehr Vorrang erhalten mit breiten und sicheren Gehwegen, mit der Trennung von Gehweg und Radweg und mit der Möglichkeit barrierefrei den schienengebundenen Nahverkehr nutzen zu können“, fasst Moderatorin und Grünen-Vorstandsmitglied Christina Burck zusammen. Angestrebt werden müsse eine Taktung von Straßenbahnen und (Elektro-)Bussen, die für die Menschen ohne Fahrplankenntnisse funktioniert und die Wege in der Stadt von Wohnung zu Kindergarten, zu Schule, zur Arbeitsstelle, zum Einkaufen, zur Bibliothek, zum Kino usw. intuitiv verbinden, so Labeille. Der erklärte Wunsch der Menschen gehe deutlich zu einer kurzen Verweildauer im städtischen Verkehr.

Dabei messen die Grünen der Mobilität mit dem Fahrrad (ob mit oder ohne Elektroantrieb) eine „Schlüsselfunktion“ im innerstädtischen Verkehr bei. Patrick Friedl: „Deshalb sollte der Fahrradverkehr von Innen nach Außen hin sichtbar werden, indem zuerst im Stadtkern gute Bedingungen für sicheren und schnellen Radverkehr geschaffen werden, werden sich immer mehr Menschen davon überzeugen lassen, weitgehend auf das Fahrrad umzusteigen.“ Fahrradstreifen auf den Straßen sind nach Überzeugung der Anwesenden eine für Würzburg passende Lösung für einen sicheren Radverkehr. Gefordert wurden Fahrrad-Schnellwege, die die einzelnen Stadtteile untereinander und mit der Innenstadt verbinden.

Durch den Rückbau von Oberflächenparkplätzen - wie am Kardinal-Faulhaber-Platz - könne in der Stadt Platz geschaffen werden, für mehr Grün und für Platz der Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu Gute kommen könne, so Friedl. Und der innerstädtische Lieferverkehr könne auf Elektrofahrzeuge und Lastenräder umgestellt werden, so Labeille. Die Anwesenden waren sich einig, dass all die genannten Forderungen keineswegs neu und außergewöhnlich sind. Viele Einsichten gehen auf Ansätze aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zurück, als zum ersten Mal deutlich wurde, dass durch den Autoverkehr ernste Gesundheits- und Klimaprobleme entstehen werden. „Es ist höchste Zeit zu handeln. Die Mobilitätswende wird kommen“, zeigte sich Patrick Friedl überzeugt.

Grüne Bayern

16. Dezember 2018

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