Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags
Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung

Rebhuhn – ohne Ökolandbau keine Zukunft

Kaum eine andere Art zeigt die negativen Auswirkungen der Intensivierung der Agrarlandschaft so gut wie das Rebhuhn. Im 19. Jahrhundert noch weit verbreitet und in größerer Anzahl auf den Märkten in Stadt und Land als schmackhafte Speise verkauft, zeigt der drastische Rückgang auf unter 8000 Brutpaare in Bayern (2016) die dramatische Lage. Im Jagdjahr 1974/75 wurden noch 95000 Rebhühner erlegt, im Jahr 2020/21 waren es gerade noch 964. Ursache für den Rückgang der Rebhühner ist die fehlende Nahrungsgrundlage (Insekten!, Wildkräutersamen) auf den Äckern durch den Einsatz von Pestiziden. Außerdem fehlt dem Rebhuhn Lebensraum durch den Rückgang von ungenutzten Brachflächen, Feldrainen und Hecken.

Nötig wären mehr Ökolandbau und wilde Ecken in der Landschaft sowie eine ganzjährige Schonzeit. Dann könnte sich die Population dieses eindrucksvollen Hühnervogels wieder erholen und das "repreprep . . .", das diesem Tier seinen Namen gegeben hat, wäre wieder häufiger in unserer Landschaft zu hören.

Der Feldhamster ist in Bayern vom Aussterben bedroht, doch die Staatsregierung tut zu wenig für seinen Schutz

Aktuell schläft der Feldhamster. Doch seine Zukunftsängste sind groß. Wird er im nächsten Sommer genug Futter finden, damit er seine Jungen großziehen kann? Bleibt genug Deckung, damit er nicht ständig Angst vor Fuchs und Bussard haben muss? Die industriell geprägte Landwirtschaft lässt keinen Platz für diesen flauschigen Gesellen. Inzwischen ist er in Bayern vom Aussterben bedroht, obwohl er eigentlich durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt ist. Doch der Schutz mit freiwilligen Maßnahmen in Bayern ist zu kleinteilig und nicht effektiv. Die letzten Bestände in der unterfränkischen Ackerflur müssen endlich wirksam geschützt und die Landwirtschaft für feldhamsterfreundlichen ökologischen Anbau entsprechend entschädigt werden. Nur dann kann der Feldhamster ruhig schlafen.

Zum Schutz des bedrohten Feldhamsters in Bayern haben wir in den letzten Jahren im Bayerischen Landtag zahlreiche Anfragen gestellt. Hier finden Sie eine Übersicht:

SAN 286 Schutz des Feldhamsters in Bayern
SAN 9475 Schutz des Feldhamsters in Bayern
SAN 23158 Schutz des Feldhamsters in Mittelfranken
SAN 24078 Schutz des Feldhamsters IV – in Unterfranken
SAN 24079 Schutz des Feldhamsters V – in Bayern
AzP 18086 Populationsentwicklung des Feldhamsters in Unterfranken

Hier finden Sie eine Übersicht der Pressemitteilungen von MdL Patrick Friedl zur Situation des Feldhamsters in Bayern:

„Feldhamster weiter in Gefahr – Artenhilfsprogramm stockt“, 08.11.2021
„Gebt dem Feldhamster seine Körner“, 16.09.2020
„Bayerns Feldhamster in Not!“, 31.08.2020
„Verschwinden der Feldhamster der Bayern symptomatisch für fehlenden Artenschutz“, 01.03.2019

Weiterführend finden Sie hier außerdem die BR-Dokumentation "Letzte Hoffnung Hamsterinsel" in der ARD Mediathek.

Grasfrosch

Vom dramatischen Schwund unserer häufigsten Froschart

Der Grasfrosch galt als die häufigste Froschart in Bayern, die an fast jedem Stillgewässer, vom kleinen Tümpel bis zu den großen Seen, vorkam. Diese Zeiten sind vorbei, wie aktuelle Bestandsaufnahmen zeigen. Fast überall in Bayern nehmen die Bestände deutlich ab. Der Rückgang in den trockenen Landesteilen Bayerns ist wesentlich stärker als im Alpenvorland. Dies lässt den Schluss zu, dass die Klimaerhitzung das Verschwinden des Grasfrosches mit verursacht.

Eine Schriftliche Anfrage von MdL Patrick Friedl, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung der grünen Landtagsfraktion in Bayern, und seinen Kolleg*innen MdL Rosi Steinberger und MdL Christian Hierneis belegen den dramatischen Rückgang der Grasfroschbestände.

Wissenschaftliche Hintergründe zur dramatischen Bestandsabnahme finden Sie etwa in der Publikation: Zahn A., Pankratius U., Pellkofer B. & Hoiß B. (2021): Bye, bye Grasfrosch? Klimabedingte, dramatische Bestandsabnahme in Bayern. – ANLiegen Natur 43(1): 67–76. (Link)

Da die Flussperlmuschel sehr saubere Bäche benötigt, sind die Bestände der Art durch den Eintrag von Nährstoffen, Pestiziden und Sedimenten dramatisch zurückgegangen. Nun trocknen durch die Hitzeperioden viele kleine Muschelbäche aus. Keine rosigen Aussichten für diese vom Aussterben bedrohte Art. Foto: Wolfgang Degelmann

Klima schützen – Artenvielfalt erhalten!

Die Auswirkungen des Klimawandels spüren nicht nur wir Menschen. Auch viele Tiere und Pflanzen sind davon betroffen. Denn deren Lebensräume verändern sich und gehen verloren. Indem wir das Klima schützen, tragen wir auch zur Vielfalt auf unserem Planeten Erde bei.

Beispiel Flussperlmuschel

Flussperlmuscheln gab es schon vor 65 Mio. Jahren. Sie stammen also aus der Zeit, in der ein Meteoriteneinschlag das Ende der Dinosaurier einleitete. Den Meteoriteneinschlag haben sie überlebt, ob sie die Klimaüberhitzung überleben, ist sehr fraglich. Inzwischen ist die Flussperlmuschel, die in Nord- und Westeuropa sowie in einem kleinen Teil Nordamerikas vorkommt, weltweit stark gefährdet und in Bayern vom Aussterben bedroht. 

Da die Flussperlmuschel sehr saubere Gewässer benötigt, sind die Bestände der Art durch den Eintrag von Nährstoffen, Pestiziden und Sedimenten dramatisch zurückgegangen. Trotz Bemühungen dies zu stoppen, droht nun die Klimaüberhitzung die Art weiter massiv zu schwächen. Durch Hitzeperioden trocknen viele kleine Muschelbäche aus und durch Starkregenereignisse werden die Muscheln mit eingetragenem Schlamm überschüttet. Keine rosigen Aussichten für diese altertümliche Art. 

Inzwischen existieren Aufzuchtstationen in Bayern, die das Überleben der Flussperlmuschel sichern sollen. Wenn wir ihren natürlichen Lebensraum erhalten wollen, müssen wir die Klimaüberhitzung stoppen.

Wir haben zur Flussperlmuschel mehrere Anfragen an die Staatsregierung gestellt, die den dramatischen Rückgang dieser Art belegen:

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