Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags
Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung

Grüne Landtagsfraktion zu Gast bei der Bio-Molkerei Scheitz – Absatzmarkt für Ökoprodukte muss wachsen

Andechs – Zu einem Austausch über die aktuelle Situation der bayerischen Milchwirtschaft trafen sich auf Initiative von Patrick Friedl MdL kürzlich Vertreter der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der Andechser Öko-Molkerei Scheitz, und Prokurist Christian Wagner. Neben einer Betriebsbesichtigung stand eine Diskussion über die Zukunft der Öko-Milch-Branche in Bayern und Deutschland im Mittelpunkt des Besuchs.

Biologisch erzeugte Milch machte im Jahr 2018 bundesweit einen Anteil von 3,5 Prozent der gesamten Kuhmilchanlieferung aus. Der Anteil lag damit laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Doch diese Steigerung müsse sich nun auch Jahr für Jahr fortsetzen, waren sich die Grünen-MdLs Gisela Sengl, Patrick Friedl, Christian Hierneis und Hans Urban mit Barbara Scheitz einig, wolle man ein nachhaltiges Wachstum der Biomilchbranche erreichen. In Bayern ist die Situation ähnlich: Der Bio-Anteil an der Gesamterzeugung lag laut Landesanstalt für Landwirtschaft 2018 bei knapp 7 Prozent. Er ist damit deutlich gewachsen, das Potenzial nach oben aber weiter groß.

„Wir haben noch immer eine lange Warteliste an Landwirten, die auf Bio umstellen wollen“, bestätigte Scheitz den aktuell vorhandenen Umstellungswillen vieler Milchbäuerinnen und -bauern. Und auch die Produktion der Andechser Molkerei könne jederzeit ausgebaut werden. Doch für mehr biologische Milchprodukte in den Regalen der Lebensmittelmärkte brauche es eben auch die entsprechend wachsende Zahl an Abnehmer*innen. „Der Absatz für ökologische Milchprodukte muss in den kommenden Jahren dringend wachsen“, sagte Scheitz, „vor allem wenn das im Volksbegehren zur Artenvielfalt festgeschriebene Ziel von 30 Prozent Bio-Landwirtschaft bis 2030 erreicht werden soll.“

Scheitz und die Grünen-MdLs waren sich einig, dass bei der Steigerung des Absatzmarktes die Politik in der Pflicht stehe. „Der Auftrag an die bayerische Regierung aus CSU und Freien Wählern ist sehr deutlich. Der Absatz von Bioprodukten muss durch politische Maßnahmen angekurbelt werden“, so MdL Hans Urban, selbst Öko-Landwirt. „Für Bauern und Bio-Mittelständler wie die Molkerei Scheitz erreichen wir über die biologische Landwirtschaft die größtmögliche Wertschöpfung.“ Die agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen Gisela Sengl verwies auf das enorme Potenzial in der Gemeinschaftsverpflegung: „Hier liegt ein großer Hebel, um den Absatzmarkt für heimisch erzeugte Biolebensmittel zu stärken. Wir Grüne sind an diesem Thema seit Jahren dran und fordern von der Staatsregierung, ihre Möglichkeiten endlich auszuschöpfen.“

Besonderes Interesse weckte Barbara Scheitz bei den Abgeordneten mit einer Studie der Molkerei zum Thema „Verstehen Sie Bio?“. Deutschlandweit wurden rund 3000 Verbraucher*innen zu ihren Einstellungen und Ansichten rund um das Thema „Bio“ befragt. Das Ergebnis: Am wichtigsten ist den Verbraucher*innen eine artgerechte Tierhaltung, gefolgt vom Verzicht auf Gentechnik und Kunstdünger. „Wir waren erstaunt, dass die Verbindung zwischen dem Erhalt der Biodiversität und der Öko-Landwirtschaft bei den Verbrauchern offenbar noch nicht in der Deutlichkeit wahrgenommen wird, die ihr zuzumessen ist“, so Scheitz. Sie sehe hier einen klaren Auftrag zur Aufklärung. „Wir müssen weiterhin veranschaulichen, wie umfassend die positiven Wirkungen einer ökologischen Landwirtschaft sind, und wie wichtig diese Art der Bewirtschaftung ist, um unsere Natur und Umwelt auf für nachfolgende Generationen zu erhalten.“ Eine politische Kampagne könne hier sehr hilfreich sein.

Fazit dieser Betriebsbesichtigung sei, so Patrick Friedl, dass Bio-Lebensmittel für alle Menschen erschwinglich werden sollten. MdL Friedl: „Davon wird abhängen, dass Bio-Lebensmittel bis Mitte des Jahrhunderts eine wesentliche Grundlage unser aller Ernährung bilden können. Vorbildlichen Pionier-Betrieben, wie der Andechser Bio-Molkerei Schleitz, gebührt unser großer Dank hier wichtige Wegbereiterin zu sein“.

Bild: Die Landtagsfraktion der Grünen zu Gast bei der Molkerei Scheitz in Andechs: Barbara Scheitz (hinten stehend) machte den Gästen um die MdLs Gisela Sengl, Hans Urban, Patrick Friedl und Christian Hierneis die Philosophie des Unternehmens deutlich. (Quelle: privat)

Hier auch noch der Link zur Homepage der [Grünen im Bayerischen Landtag]

München, 11.07.2019

Der Streit um die Biotopkartierung droht zu eskalieren, die SPD kündigte nun sogar an, gegebenenfalls ggen das Artenschutzgesetz zu stimmen. Verschiedene Medien griffen das Thema im Rahmen ihrer Berichterstattung auf.

Beim BR kam der Grüne MDL Patrick Friedl dabei zu Wort. Als Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung seiner Fraktion hat er bereits wiederholt auf die Bedeutung der Biotopkartierung hingewiesen. Den kompletten Beitrag mit dem O-Ton Friedls finden Sie auf der Seite des [Bayerischen Rundfunks]. Die [Mediathek] hält einen kurzen Filmbeitrag für Sie bereit.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie ebenfalls auf den Seiten der Welt & bei onetz.de. Folgen Sie dazu bitte den Links:

[Welt.de]

[onetz.de]

Patrick Friedl fordert Hitzeaktionspläne München

Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius nimmt stetig zu, mit teils dramatischen Folgen für die Menschen in Bayern. So wurde im Klimareport 2015 eine erhöhte Zahl von Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Städten München, Nürnberg und Augsburg festgestellt, erklärte das Bayerische Gesundheitsministerium auf eine Anfrage des Sprechers für Klimaanpassung der Landtags-Grünen, Patrick Friedl. Der Klimareport stützt sich dabei auf Zahlen von 1990 bis 2006.

Patrick Friedl: „In den Jahren 2015, 2018 und aktuell im Juni 2019 hat es eine extreme Hitze in Bayern gegeben. Wir fordern die Söder-Regierung auf, eine aktuelle Studie für den Zeitraum 2014 bis heute zu erstellen, um aktuelle Erkenntnisse zu gewinnen und daraus ein ‚Handlungspaket Überhitzungsschutz‘ für die Menschen in Bayern ableiten zu können.“

Dass weitere Untersuchungen und aktuelle Zahlen der Söder-Regierung fehlen, kritisiert auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Christina Haubrich: „Größeren Temperaturschwankungen und lange Phasen anhaltend hoher Temperaturen, die die nächtliche Erholung erschweren, setzen den Menschen zu. Diese Auswirkungen müssen genauer untersucht werden und die Ergebnisse in ein ‚Handlungspaket Überhitzungsschutz‘ einfließen“.

Gerade in Städten mit hohem Versiegelungsgrad, wie beispielsweise Würzburg, führen hohe Sommertemperaturen zu belastenden Situationen. „Wir müssen die Städte mit Hitzeaktionsplänen unterstützen und ihnen helfen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um eine zusätzliche Aufheizung zu verhindern“, fordert Patrick Friedl.

Auch die Freihaltung von Frischluftschneisen, Erhaltung und Schaffung von Parks mit großen Bäumen, die Verschattung und Begrünung von innerstädtischen Räumen oder die Schaffung offener Wasserflächen und Trinkwasserbrunnen seien wichtige Maßnahmen. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn das Problem der Überhitzung in den Städten und der daraus folgenden Belastung für die Menschen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen“, so Patrick Friedl.

Pressemitteilung

München/Würzburg, den 5. Juli 2019

„Nicht mal mehr ein Euro pro Studierendem“

MdL Friedl kritisiert sinkende Pro-Kopf-Zuschüsse der Studierendenvertretungen

„Nicht mal mehr ein Euro gibt es pro Studierendem“, kritisiert Grünen-MdL Patrick Friedl. Auf Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hat dies das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst so bestätigt. Den Studierendenschaften stehen nach dem Doppelhaushalt 2019/20 nur noch 99 Cent pro Studierendem zur Verfügung stehen. Patrick Friedl: „Damit unterschreitet die Bayerische Staatsregierung sogar die symbolische Marke von ein Euro, weil in den letzten 5 Jahren die Zuschussbeträge für Studierendenschaften konstant blieben, während die Studierendenzahl an der Uni Würzburg und der Hochschule Würzburg-Schweinfurt stetig stiegen.“ Standen 2014 jeder Studierendenvertretung noch rund 1,161€ pro Studierendem zur Verfügung, sind es 2019 eben nur noch 99 Cent.

An der Universität Würzburg wurden so bei einer Studierendenschaft von 26.577 StudentInnen im Wintersemester 2013/14 noch 33.360,00€ zugewiesen. Im Wintersemester 2017/18 waren es bei rund 1.400 Studierenden mehr (27.987) in Summe 50€ weniger (33.310,00€).

Die Studierendenvertretungen seien ungeachtet des gesunkenen Kopfbetrags auskömmlich finanziert sind, so das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in seiner Stellungnahme und verweist dabei auf Haushaltsreste, die nachträglich die Einnahmen der Studierendenvertretungen steigern würden. Patrick Friedl: „ Aber das Staatsministerium irrt, denn wir haben keine Verfasste Studierendenschaften in Bayern mit Finanzhoheit über die vom Freistaat gewährten Zuschüsse. Die Studierendenvertretung kann nicht frei über die gewährten Gelder verfügen, sondern nur nach Genehmigung der jeweiligen Hochschulverwaltung.“ Die Rechtsaufsicht liegt also nicht, wie in anderen Bundesländern üblich, bei den Studierendenschaften, sondern ist, genau wie die Fachaufsicht, in der Hand eben dieser Hochschulverwaltungen. Dadurch könnten die Studierendenvertretungen viele Angebote nicht eigenständig etablieren und auch die Öffentlichkeitsarbeit sei erschwert. Grünen-MdL Friedl: „Eine Verfasste Studierendenschaft würde den gezielten Einsatz der Mittel und damit den Studierendenvertretungen die Arbeit erheblich erleichtern. Und nicht mal ein Euro pro Studierendem sind auf jeden Fall zu wenig Geld für handlungsfähige Studierendenvertretungen.“

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