Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags
Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung

Grünen-MdL Patrick Friedl kritisiert zu geringes Engagement der Bayerischen Staatsregierung für eine Umstellung auf bleifreie Jagdmunition in Bayern

Seit Jahren sind die negativen Auswirkungen bleihaltiger Jagdmunition bekannt und wissenschaftlich belegt. Die Verwendung von Bleischrot beeinträchtigt die Qualität von Gewässern und kann Wasservögel und aasfressende Greifvögel, etwa in Bayern lebende See- oder Steinadler sowie die gerade erst wieder angesiedelten Bartgeier vergiften und töten. Über den Verzehr von Wildbret nimmt auch der Mensch Spuren des hochtoxischen Schwermetalls in den Körper auf.

„Auch Bayern muss endlich auf bleifreie Munition umstellen“, so Patrick Friedl, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. „Es gibt gute bleifreie Alternativen. In anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg ist inzwischen ausschließlich bleifreie Munition für die Jagd zugelassen. Bayern ist gefordert diesen Weg auch endlich konsequent zu beschreiten.“

Einführung bleifreier Munition bei den Bayerischen Staatsforsten ab 2022 ist zu wenig

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) verwenden ab 1. April 2022 nur noch bleifreie Jagdmunition, so eine jüngst bekanntgegebene Verordnung. Die BaySF bewirtschaften 756 000 Hektar Wald, das sind 30 Prozent der Wälder im Freistaat. „Die Einführung bleifreier Munition bei der Jagd in den Staatsforsten ist zu wenig. Wir brauchen eine flächendeckende und zeitnahe Umstellung auf bleifreie Jagdmunition für ganz Bayern, auch in Privatwäldern.“ Leider darf für einzelne staatliche Forstbetriebe die Übergangsfrist für die Umstellung in Ausnahmefällen auf bleifreie Munition bis 31. März 2023 verlängert werden. Patrick Friedl: „Dieser Umstellungszeitrum für die Staatsforsten ist zu lang. Je früher wir komplett vom Blei wegkommen, umso besser für Mensch und Umwelt.“

Dem vorausgegangen waren eine Schriftliche Anfrage von Patrick Friedl zu den negativen Auswirkungen von Bleimunition in Bayern. Gerade auch der Landesbundes für Vogelschutz (LBV) setzt sich seit Jahren intensiv für bleifreie Jagdmunition ein. In der Schriftlichen Anfrage fragte Friedl die Bayerische Staatsregierung, wie viele bleihaltige Geschosse und wie viel Tonnen Blei jährlich in Bayern in die Umwelt gelangten. Die Antwort der Staatsregierung im Juli 2021: „Der Staatsregierung liegen hierzu keine Daten vor.“ Friedl: „Es ist traurig, dass die Staatsregierung nicht einmal weiß, wie viel giftiges Blei in Bayern verschossen wird und dann in der Umwelt landet. Das Blei reichert sich in Ökosystemen an und vergiftet Gewässer, Tiere und auch Menschen. Jeder dritte bis vierte Seeadler, der in Deutschland tot aufgefunden wird, ist nach Studien des Leibniz-Instituts an einer Bleivergiftung gestorben. Regional sind die Zahlen teilweise sogar deutlich höher.“

Jedes Jahr mindestens eine Million Vögel an Bleivergiftungen in der EU gestorben

Expert*innen schätzen, dass jedes Jahr über eine Million Vögel in der Europäischen Union (EU) qualvoll an Bleivergiftungen sterben. Die EU hatte deshalb bereits 2020 eine Umstellung auf bleifreie Schrot-Munition beschlossen, jedoch nur bei der Jagd in Feuchtgebieten. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich lange gegen den Kommissionsentwurf gestellt und mit der längst durch Studien widerlegten Argumentation bleihaltige Munition sei zuverlässiger als bleifreie. Friedl: „Auch in Bayerns Wäldern brauchen wir die bleifreie Jagd zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt.“

Foto: pixabay


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