Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags
Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung

Posthalle retten! - Schulterschluss für eine wichtige unterfränkische Kultureinrichtung

Abgeordnete Patrick Friedl (Grüne) und Volkmar Halbleib (SPD) kämpfen für die Zukunft der Posthalle und anderer Kulturveranstalter

Die Posthalle ist in Würzburg und der Region die einzige Spielstätte für Veranstaltungen von 200 bis 3.000 Personen. Durch die Corona-Pandemie musste die Posthalle ihr Programm komplett stoppen und ein Neubeginn ist derzeit nicht absehbar. Damit stehen der Erhalt und damit die Zukunft des Kultur- und Veranstaltungsangebotes der Posthalle derzeit auf der Kippe. Wegen der besonderen Bedeutung der Posthalle für ganz Unterfranken, fordern jetzt die Landtagsabgeordneten Patrick Friedl (Grüne) und Volkmar Halbleib (SPD) im politischen Schulterschluss gezielte staatliche Hilfen, um das einmalige Kulturhallen-Konzept zu retten. „Jetzt ist der Freistaat gefordert, soll nicht ein wichtiger Teil der populären Kultur in unserer Region einen dauerhaften Schaden erleiden“, zeigen sich Friedl und Halbleib überzeugt.


Letzte Grünen-Veranstaltung in der Posthalle vor dem Lockdown mit Katharina Schulze und Martin Heilig

In separaten Schreiben an Bayerns Kunstminister Bernd Sibler und an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordern die Abgeordneten eine zusätzliche Überbrückungshilfe des Freistaates für Kulturveranstalter, insbesondere die Posthalle, um dauerhafte Schließungen abzuwenden: „Die bisher beschlossenen Unterstützungen durch Soforthilfe, Krediterleichterungen, Kurzarbeit und steuerliche Maßnahmen wie die Reduzierung der Mehrwertsteuer für Speisen reichen nicht, soll Kulturveranstaltern wie der Posthalle wirksam geholfen werden“, betonen Halbleib und Friedl in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Leider, so die Abgeordneten, rutsche die Posthalle mit ihrem besonderen Zuschnitt und ihrer Größe derzeit durch alle weitergehenden staatlichen Unterstützungsprogramme. So greife die Ende April beschlossene finanzielle Unterstützung von „staatlich geförderten nichtstaatlichen Kunst- und Kultureinrichtungen“ nicht, weil die Posthallen-Betreiber in Würzburg bisher ihr hochwertiges und vielfältiges Angebot ohne staatliche Unterstützung gestemmt haben. Neuer Ansatzpunkt ist die am vergangenen Donnerstag verkündete zusätzliche Unterstützung für Kulturstätten.

Nachdem die Posthallen-GmbH sowohl die Eigenschaften einer Musikspielstätte wie eines Konzertveranstalters in sich vereine, setzen Halbleib und Friedl bei den konkreten Hilfen des Freistaates nicht nur auf den Verantwortungsbereich des Wissenschaftsministeriums, sondern auch den des Wirtschaftsministeriums, „schließlich liegen Kultur- und Kreativwirtschaft hier nah beieinander“. Aus dem Kunstministerium war auf Nachfrage zu erfahren, dass „die Kriterien zum Spielstätten-Programm derzeit noch ausgearbeitet werden, weswegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Auskunft möglich“ sei, so Friedl und Halbleib.

Nach den Einschätzungen des Branchenverbandes seien hierzu mindestens zehn Prozent des Umsatzausfalls bzw. des Vorjahresumsatzes erforderlich, so Halbleib und Friedl übereinstimmend. Die beiden Landtagsabgeordneten sehen aber nicht nur den Freistaat Bayern, sondern auch den Bund gefordert, wo derzeit an einem Hilfsprogramm gearbeitet werden. Wichtig sei aber, dass bei diesem geplanten Förderprogramm für Musikspielstätten die Größe der Posthalle mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Personen nicht als Ausschlusskriterium festgelegt werde. Denn tatsächlich liege bei rund 90 Prozent der Veranstaltungen die Zahl der Gäste unter 1000.

Um eine zukunftsfähige Lösung für die Posthalle als zentralen Kulturort der Region zu finden, wollen die beiden Abgeordneten die Forderung nach aktuellen Hilfen mit einer Perspektive auf eine Posthalle 2.0 verbunden sehen. Da unsicher ist, ob der Pachtvertrag zur Posthalle über das derzeitige Ende im März 2023 von den Eigentümern verlängert wird, sollte bereits jetzt die Ermöglichung einer neuen Kultur- und Musikspielstätte in Würzburg in Angriff genommen werden. „Die Lösung der langfristigen Standortfrage würde dabei helfen, die kurzfristigen aktuellen Probleme durch die Corona-Krise besser abfedern zu können“, so Friedl und Halbleib.


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