Patrick Friedl

Mitglied des Bayerischen Landtags
Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung

Sachverständigenanhörung zum Änderungsentwurf der Staatsregierung zum Bayerischen Klimaschutzgesetz

Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz führt am 29.09.2022 um 09:15 Uhr eine Sachverständigenanhörung zum Änderungsentwurf der Staatsregierung zum Bayerischen Klimaschutzgesetz (vgl. Drs. 18/23682) auf Antrag der Grünen Landtagsfraktion, beschlossen durch Minderheitenvotum von Grünen, FDP und SPD, durch. Die Anhörung wird per Livestream übertragen. MdL Patrick Friedl ist als Mitglied des Ausschusses zu Nachfragen an die Sachverständigen berechtigt. Die frühzeitige Änderungsnotwendigkeit sah der Ministerpräsident durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 24.03.2021. Bereits vor Einführung des Klimaschutzgesetzes setzte die Grüne Landtagsfraktion gemeinsam mit FDP und SPD eine Sachverständigenanhörung nach Minderheitenvotum durch. Damals wurden sämtliche Änderungsanträge von Grünen und anderen sowie alle Hinweise von Sachverständigen von der Staatsregierung in den Wind geschlagen. Es ist zu hoffen, dass die Staatsregierung diesmal die Hinweise der Sachverständigen und die Änderungsanträge ernst nimmt und Korrekturen an ihrem Gesetzesentwurf vornimmt. 

Da die Flussperlmuschel sehr saubere Bäche benötigt, sind die Bestände der Art durch den Eintrag von Nährstoffen, Pestiziden und Sedimenten dramatisch zurückgegangen. Nun trocknen durch die Hitzeperioden viele kleine Muschelbäche aus. Keine rosigen Aussichten für diese vom Aussterben bedrohte Art. Foto: Wolfgang Degelmann

Klima schützen – Artenvielfalt erhalten!

Die Auswirkungen des Klimawandels spüren nicht nur wir Menschen. Auch viele Tiere und Pflanzen sind davon betroffen. Denn deren Lebensräume verändern sich und gehen verloren. Indem wir das Klima schützen, tragen wir auch zur Vielfalt auf unserem Planeten Erde bei.

Beispiel Flussperlmuschel

Flussperlmuscheln gab es schon vor 65 Mio. Jahren. Sie stammen also aus der Zeit, in der ein Meteoriteneinschlag das Ende der Dinosaurier einleitete. Den Meteoriteneinschlag haben sie überlebt, ob sie die Klimaüberhitzung überleben, ist sehr fraglich. Inzwischen ist die Flussperlmuschel, die in Nord- und Westeuropa sowie in einem kleinen Teil Nordamerikas vorkommt, weltweit stark gefährdet und in Bayern vom Aussterben bedroht. 

Da die Flussperlmuschel sehr saubere Gewässer benötigt, sind die Bestände der Art durch den Eintrag von Nährstoffen, Pestiziden und Sedimenten dramatisch zurückgegangen. Trotz Bemühungen dies zu stoppen, droht nun die Klimaüberhitzung die Art weiter massiv zu schwächen. Durch Hitzeperioden trocknen viele kleine Muschelbäche aus und durch Starkregenereignisse werden die Muscheln mit eingetragenem Schlamm überschüttet. Keine rosigen Aussichten für diese altertümliche Art. 

Inzwischen existieren Aufzuchtstationen in Bayern, die das Überleben der Flussperlmuschel sichern sollen. Wenn wir ihren natürlichen Lebensraum erhalten wollen, müssen wir die Klimaüberhitzung stoppen.

Wir haben zur Flussperlmuschel mehrere Anfragen an die Staatsregierung gestellt, die den dramatischen Rückgang dieser Art belegen:

„In der ohnehin angespannten Grundwassersituation müssen Entnahmen zum Schutz unseres lebenswichtigen Grundwassers engmaschig und zuverlässig kontrolliert werden“, fordert MdL Patrick Friedl. Foto: Nicolas Weisensel

In einer Pressemitteilung fordern die unterfränkischen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina, Patrick Friedl und Paul Knoblach gemeinsam mit dem rechtspolitischen Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Toni Schuberl eine „lückenlose Aufklärung auf allen Ebenen“ der Vorkommnisse rund um die Ungereimtheiten bei der Messung der entnommenen Grundwassermenge an einer landwirtschaftlichen Entnahmestelle in Bergtheim (Landkreis Würzburg) und haben diesbezüglich eine Schriftliche Anfrage an die Staatsregierung gestellt.

Die MAINPOST berichtete u.a. am 09.09.2022.

Laut Medienberichten zeigte die Wasseruhr eines Brunnens am Freitag, den 19. August 2022, 1800 Kubikmeter bzw. 1,8 Millionen Liter Wasser mehr an als zwei Tage später am Sonntag, den 21. August. Der Betreiber des Brunnens erklärte laut Presse, dass das Wasser aufgrund eines fehlgestellten Schiebers in den Brunnen gepumpt worden sein muss, dass die Uhr fehlerhaft aufgehängt war und rückwärtslief.

„Das wertvolle Grundwasser ist ein Gemeingut und besonders zu schützen“, so Paul Knoblach. „In der ohnehin angespannten Grundwassersituation müssen Entnahmen zum Schutz unseres lebenswichtigen Grundwassers engmaschig und zuverlässig kontrolliert werden“, fordert Patrick Friedl. „Wer weiß, ob das schon das Ende des Skandals ist. Wir werden weiter Augen und Ohren offenhalten, denn es steht beispielsweise auch noch die Frage im Raum, ob einzelne Brunnen eventuell so tief gebohrt sind, dass sie auch darunterliegende Wasserschichten erreichen. Der Fall muss lückenlos aufgeklärt werden.“, so Kerstin Celina. Und Toni Schuberl fügt hinzu: „Wasserdiebstahl ist während einer Dürre kein Kavaliersdelikt. Ich erwarte, dass auch die Staatsanwaltschaft diese Fälle überprüft, und zwar in ganz Bayern.“

Weiterlesen ...

Grüner Landtagsabgeordnete Patrick Friedl informierte im Gasthaus zum Ochsen über Maßnahmen zur Klimaanpassung

„Hitze und Trockenheit treffen uns in der Region Rothenburg, wie in weiten Teilen Europas auch in diesem Jahr besonders hart. Dürre, Hitze, Brände und Ernteausfälle sind Folgen der zunehmenden Klimaerhitzung“, so der Grünen-Landtagsabgeordnete Patrick Friedl jüngst bei einer Abendveranstaltung der Grünen-Ortsverbandes im Gasthaus „Zum Ochsen“ in der Galgengasse. Baldigen Regen konnte MdL Friedl leider keinen anbieten, dafür eine Fülle an Informationen zu Daten, Fakten und aktuellen Prognosen zum Klimawandel, den daraus resultierenden Auswirkungen auf Temperaturen und Niederschläge sowie Möglichkeiten, wie Rothenburg zum Schutz vor Hitzewellen und Sturzfluten darauf reagieren sollte.

Schon die Resonanz mit gut 40 Gästen im gefüllten „Ochsensaal“ machte deutlich, wie aktuell und wichtig diese Themen auch in Rothenburgs Bevölkerung wahrgenommen werden. Wirklich „Gute Nachrichten“ konnte der Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung von Bündnis 90/ Die Grünen im Bayerischen Landtag nicht präsentieren. Dafür aber viele Anregungen und Forderungen an Städte und Gemeinden, sowie an Landes- und Bundesregierung, wie wir mit diesen Veränderungen umgehen und leben können.

Wir befänden uns bereits heute „am Beginn einer „Heißzeit“. „Dies heißt, wir haben heute bereits einen Temperaturanstieg von über ein Grad Celsius weltweit“, so Friedl. Das in Paris festgelegte Klimaziel, die globale Erderwärmung auf möglichst 1,5°C zu begrenzen, sei nach aktuellem Stand der Forschung „mit den derzeitigen Klimamaßnahmen“ nicht zu erreichen. Patrick Friedl: „Aufgrund regionaler Unterschiede beim Anstieg der Durchschnittstemperatur heißt das für Bayern, dass wir leider mit einer real erwartbaren Erwärmung von über drei Grad mehr bis Mitte des Jahrhunderts rechnen müssen.“ Denn Bayern liege aktuell etwa um den Faktor 2 über den weltweiten Werten beim Anstieg.

Weiterlesen ...

Social Media Links

Newsletter Natur&Klima

captcha 
Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.